Ratgeber durchsuchen
Tipps » Karriere-Tipps» Aufstieg & Management » Führungsfaktor Zuhören

Führungsfaktor Zuhören

Schlechte Redner erkennt man sofort, schlechte Zuhörer nicht. Die fatale Folge: Missverständnisse, die Zeit, Geld und gute Kundenbeziehungen kosten. Kommunikationsexperten propagieren den Führungsfaktor Zuhören. [08.04.2004]






Ob bei einem Meeting, einer Polit-Talkshow oder im Assessment Center - einen bleibenden Eindruck hinterlässt in der Regel, wer sich einen möglichst hohen Redeanteil erkämpft hat. Wer schweigt, gilt als passiv, als Untergeordneter. Offenbar, so die gängige Vermutung in unserer Selbstdarsteller-Gesellschaft, mangelt es dem zurückhaltenden Teilnehmer an Durchsetzungskraft. Oder er hat schlichtweg nichts zu sagen.

"Zuhören hat ein Prestige-Problem"

Möglich aber auch, dass er nicht einfach Aussage gegen Aussage, Meinung gegen Meinung prallen lassen will. Sondern vielmehr an einem konstruktiven Austausch interessiert ist und das Gesagte wie auch die Botschaften zwischen den Zeilen aufmerksam aufnimmt, sie in den Kontext der Gesprächssituation einbettet - um schließlich in angemessener Weise darauf zu reagieren.

"Zuhören hat ein Prestige-Problem", sagt Martin Hartung, Leiter des Instituts für Gesprächsforschung in Radolfzell. Während Mitarbeiter und Manager scharenweise in Rhetorik- und Präsentationsseminare drängen, werden die dem Reden vorgelagerten mentalen Prozesse kaum geschult. Dabei stellt Zuhören eine wichtige berufliche Schlüsselqualifikation dar.

Offenes Ohr oder faule Floskel?

Bei Ärzten, Psychologen und Beratern scheint dies offensichtlich. Vielen Patienten geht es allein dadurch besser, weil sich jemand ihre Geschichte angehört hat. Andersrum gilt aber für jeden Beruf: Wer Kollegen, Mitarbeitern und Kunden nicht richtig zuhört, riskiert Missverständnisse - und damit Zeit, Geld oder eine vormals gute Beziehung. Im schlimmsten Fall sogar eine Katastrophe, wenn etwa der Fluglotse dem Piloten nur mit einem Ohr zuhört.

Das Problem ist freilich: Während man einen guten Redner sofort erkennt, ist oftmals nicht unmittelbar ersichtlich, ob jemand gut zugehört hat. Hinter scheinbar empathischen Sätze wie "Ich verstehe" oder "Da bin ich ganz Ihrer Meinung" kann sich ebenso die Taktik verbergen, das Gegenüber "mit einer netten Floskel zum Schweigen zu bringen", weiß Christian-Rainer Weisbach, Professor für Kommunikationspsychologie an der Universität Tübingen. Was die Gesprächspartner freilich oft nicht weiter irritiere und munter aneinander vorbei reden lasse. Siehe Polit-Talkshow. Oder das zwischen zwei wichtige Termine eingeschobene Fünfminuten-Meeting mit dem Chef.

Es mangelt an aktiven Zuhörern

Ein aufmerksamer Zuhörer aber schweigt, so Weisbach, um den Anderen zum Kern des Problems kommen zu lassen. Oder wiederholt das Gesagte mit seinen eigenen Worten, um Missverständnisse auszuschließen. In jedem Fall hält er Blickkontakt. Wer neben den Inhalten auch noch die Empfindungen des Gegenübers mitbekommt, beherrsche die hohe Kunst des "aktiven Zuhörens". Die setzt neben Einfühlungsvermögen auch Offenheit voraus.

Genau daran mangele es den Menschen jedoch häufig, weiß Sprachwissenschaftler Hartung. Wer bereits mit festen Erwartungen in ein Gespräch geht, filtert sämtliche Aussagen weg, die nicht in das vorgefertigte Bild passen. Er hört gewissermaßen nur das, was er hören will. Hartung zeichnet mit seinen Klienten Gespräche aus deren Arbeitsalltag auf und diskutiert anschließend den Verlauf mit ihnen. "Viele hören dabei zum ersten Mal ihren Gesprächspartnern, aber auch sich selbst intensiv zu." Und seien entsetzt, so Hartung.

Dem Wirtschaftsfaktor "Zuhören" auf der Spur

Das "konzentrierte Sich-Einlassen" zu schulen, hat sich auch die in Frankfurt ansässige Stiftung Zuhören zur Aufgabe gemacht. Gegründet vom Bayerischen und Hessischen Rundfunk, den örtlichen Landesmedienanstalten und weiteren Partnern, hat die Stiftung bereits Hörclubs an Grundschulen eingerichtet. Dort lernen die Kinder in Spielen und Spaziergängen, ihre akustische Wahrnehmung zu schärfen.

Nun sind die Manager an der Reihe: Im März veranstaltete die Stiftung eine Tagung mit dem Titel "Führungsfaktor Zuhören". Mit Konzernen wie Allianz, BMW und Siemens laufen derzeit Gespräche für eine gemeinsame empirische Studie. Lässt sich das Zuhören erst einmal durch Zahlen als Wirtschaftsfaktor nachweisen, so die Hoffnung, findet es möglicherweise auch verstärkt Eingang in das Leitbild einer Führungskraft.

(Birgit Obermeier / Quelle: Monster Netzwerk)

Neueste Jobs

Axis
Posted: 10/30/2014
Luxembourg
Badenoch & Clark Luxembourg
Posted: 10/30/2014
Luxembourg
KPMG Luxembourg
Posted: 10/30/2014
Luxembourg
Adecco
Posted: 10/30/2014
Luxembourg
KR Recruitment
Posted: 10/30/2014
Luxembourg, L-2340

Mehr personalisierte Ergebnisse?  aktualisieren Sie Ihr Profil.

 
 
 

Monster Partner

RTL.lu
LuxWeb

Bewerbungstipps

Bewerbungstipps
Die Online-Bewerbung über das schnelle Medium Internet verführt zum vorschnellen Abschicken.

Lebenslauf & Anschreiben

Lebenslauf & Anschreiben
Der Lebenslauf ist das wichtigste Dokument der Bewerbungsunterlagen.

Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch
Im Vorstellungsgespräch kommt es nicht nur auf fachliche Kompetenz an, sondern auch darauf, wie sich der Berufsanwärter präsentiert.

Geld & Gehalt

Geld & Gehalt
Nur nichts überstürzen - das ist die wichtigste Regel, wenn Sie meinen, dass es Zeit für die Gehaltsverhandlung ist.

Monster Employment Index

Monster Employment Index
Der Monster Employment Index (MEI) wertet auf Basis der im Internet publizierten Stellenanzeigen aus, in welchen Branchen, Berufsgruppen und Regionen Arbeitskräfte gesucht werden.

Für Jobsuchende

Gehaltstabellen
Hier erfahren Sie alles zum Thema Gehalt.

Für Arbeitgeber

Anzeigen schalten
Schalten Sie Ihre Stellenanzeige jederzeit schnell & einfach selbst online.
Arbeitgeber Startseite
Finden Sie die besten Kandidaten mit unseren Recruiting-Lösungen.
Career Ad Network (CAN)
Erhöhen Sie die Reichweite und Leistung Ihrer Stellenangebote.
Lebenslaufdatenbank
Übernehmen Sie die Kontrolle bei Ihrer Kandidatensuche mithilfe der weltgrößten Lebenslaufdatenbank. Wählen Sie selbst die Kandidaten aus, die Sie heute benötigen.

Soziale Netzwerke

Monster bei Facebook
Karrieretipps, spannende Job-Angebote und Ratschläge.
Monster bei YouTube
Videos von Monster.

Weitere nützliche Links

iPhone App
Jetzt die Monster App für's iPhone und den iPod touch herunterladen.
Jobs suchen:
Nutzungsbedingungen | Datenschutz-Center | Datenschutzinfo | Barrierefreiheit | Hilfe | Sicherheit | Kontakt | Sitemap| Mobile
©2014 Monster - Alle Rechte vorbehalten - U.S. Patents No. 5,832,497; 7,599,930 B1; 7,827,125 und 7,836,060 MWW - - V: 2014.4.70.79-210
eTrustLogo